'Ich muss heute das Schöne zeigen, sonst erdrücken mich die Ereignisse.' Mit diesem über einem winterlichen Baum schwebenden Zitat der Fotografin Monika von Boch (1915-1993) aus dem Jahr 1970 wurden die Besucher meiner Schau 'François Besch, Hipstamatics' im Museum Fellenberg in Merzig vor genau drei Jahren, im März 2017, im lichtdurchfluteten Foyer begrüßt.

Ich hatte damals die große Ehre, für meine fotografische Arbeit mit dem nach Monika von Boch benannten und alle zwei Jahre vergebenen Preis ausgezeichnet zu werden, was mit der Soloausstellung in dem wunderschönen Museum verbunden war. Schon damals hatte mich dieses Zitat tief berührt. Wohl auch nicht zuletzt wegen meiner Seelenverwandtschaft zur Fotografin, auch was ihre Motive und ihren besonderen 'Augen-Blick' angeht. Ich hätte jedoch nie geahnt, wie wichtig es schon wenige Jahre später sein würde, das 'Schöne' zu zeigen.

Wir sind heute alle in einer Situation, in der die Schreckensbilder überwiegen. Schlimme Nachrichten gibt es im Minutentakt. Und das ganze Ausmaß dieser Katastrophe ist längst nicht erkennbar. Wir sollten uns nicht von den 'Ereignissen erdrücken' lassen. Es gilt, stark zu bleiben, die Opfer, die nötig sind und sein werden, zu erbringen. Auf einige Gewohnheiten zu verzichten. Auf etliche Bequemlichkeiten. Auf Vergnügungen vieler Art. Wie lange diese Zeit der Entbehrung andauern wird, lässt sich noch nicht abschätzen.

Dennoch sollte die Lebenslust nicht verloren gehen: 'Ich muss heute das Schöne zeigen, sonst erdrücken mich die Ereignisse.' In diesem Sinne werde ich auf meiner Facebook-Seite 'François Besch - Photographer' einen gewissen Abstand nehmen von der traurigen Aktualität und in den nächsten Tagen und Wochen regelmäßig Archiv-Bilder aus meinem Portfolio einstellen, mit denen ich nur 'das Schöne' in den Mittelpunkt stellen werde. Bleibt zuhause, bleibt gesund und bleibt zuversichtlich!

françois besch, 19.03.2020


'Wherever there is light, one can photograph'(Alfred Stieglitz)